Global Summit of Women

Weibliche Wirtschafts-Elite in Basel

Der Erfolg der Frau in der Wirtschaft muss neu definiert werden. Diesem Ziel widmet sich der 26. Global Summit of Women 2019. Unter den rund 1'000 Teilnehmerinnen befinden sich mehrere Staatspräsidentinnen und Wirtschaftsleaderinnen.
GSoW
Irene Natividad, President of the Global Summit of Women

Seit Jahren engagiert sich der Kanton Basel-Stadt Hand in Hand mit dem Congress Center Basel (CCB) um die Akquise von Kongressen von internationaler Tragweite. Mit Erfolg: Zu den zahlreichen neuen internationalen Formaten mit illustrem Publikum zählen das OSZE-Ministerratstreffen 2014 ebenso wie die Botschafter- und Aussennetzkonferenz 2018. In der gleichen Liga spielt das Wirtschaftsgipfeltreffen Global Summit of Women 2019, das vom 4. bis 6. Juli in Basel stattfindet. Erwartet werden nicht weniger als 1'000 Teilnehmende aus 70 Ländern. Für die Verständigung sorgt ein Übersetzungsdienst in acht Sprachen.

Seit dem ersten Global Summit im Jahr 1990 hat sich die Rolle der Frau in der Wirtschaft stark verändert. Der Fortschritt ist das zentrale Motiv des Global Summit of Women. Beim Gipfeltreffen kommen Frauen aus Politik, Wirtschaft, dem Non Profit-Sektor sowie aus dem öffentlichen Bereich zusammen. Gemeinsam verfolgen sie die Vision, die wirtschaftlichen Möglichkeiten von Frauen rund um den Globus zu verbessern.

«Erfolg bedeutet unter anderem, die Arbeit im Unternehmen und zu Hause unter einen Hut zu bringen»

Ein Interview mit Irene Natividad, Gründerin und Präsidentin des Global Summit of Women:

CCB: Das Motto des diesjährigen Global Summit of Women lautet «Redefining Success» (Erfolg neu definieren). Was dürfen wir darunter verstehen?

Irene Natividad: Für Frauen wäre es ein Erfolg, die gleichen Beschäftigungsmöglichkeiten wie Männer zu haben und hierfür auch den gleichen Lohn zu erhalten. Weltweit gibt es kein Land, einschliesslich der Schweiz, in dem es keine Lohnunterschiede zwischen männlichen und weiblichen Arbeitnehmern gibt.

Erfolg bedeutet für viele Frauen ebenfalls, die Arbeit zu Hause und im Unternehmen unter einen Hut zu bringen. Ein weiterer Erfolg wäre, gleichberechtigt behandelt zu werden. Die #MeToo-Bewegung hat gezeigt, dass es weiterhin eine ungleiche Machtverteilung zwischen Frauen und Männern am Arbeitsplatz gibt. Andernfalls würde es nicht zu Belästigungen und Misshandlungen kommen. Diskriminierungen, die häufig auf alten kulturellen Stereotypen beruhen, plagen Frauen weltweit.
Auf unserem Gipfel geht es jedoch nicht um die Herausforderungen, sondern viel mehr um die Lösungen von Regierungen, Unternehmen und der Gesellschaft. Der Schwerpunkt des Basler Gipfeltreffens 2019 liegt, wie schon seit 29 Jahren, auf den Strategien, mit denen die Teilnehmerinnen die verschiedenen Länder und deren Arbeitsplätze kennenlernen und sie möglicherweise in ihren spezifischen kulturellen Kontexten nachbilden können.

Wieso haben Sie sich in diesem Jahr für die Stadt Basel und sein Congress Center entschieden?

Basel ist sowohl ein Zentrum der Kunst wie auch der Wirtschaft. Die Kunstmesse Art Basel hat die Stadt auf die globale Kulturkarte gesetzt. Weniger bekannt ist hingegen, dass hier grosse Unternehmen der Pharma-, Biotech- und Gesundheitsbranche angesiedelt sind. Letzteres war für ein Wirtschaftsforum wie den Global Summit of Women ein wichtiger Faktor. Aber auch die kulturelle Vielfalt ist ein grosses Plus. Viele Teilnehmerinnen des Gipfels planen, vor oder nach dem Gipfel in Basel zu verweilen.

In Bezug auf die Logistik ist es ideal, dass das Congress Center, die Hotels sowie zahlreiche Restaurants und Läden zu Fuss erreichbar sind. Schliesslich treffen sich hier 1'000 Frauen – und einige Männer – und müssen auch untergebracht werden.

Es war übrigens die ehemalige Bundesrätin Doris Leuthard, die mir vorgeschlagen hat, mich mit Basel als Standort auseinanderzusetzen, nicht zuletzt aufgrund unserer logistischen Bedürfnisse.

Gibt es Besonderheiten beim «Global Summit of Women»?

Im Laufe der Jahre, in denen ich den Gipfel organisiere, habe ich festgestellt, dass Bankettbestuhlung für das Plenum im Gegensatz zu Auditoriumbestuhlung die effektivste Massnahme zur Förderung der Vernetzung ist. Das Kongresszentrum verfügt über ausreichend Platz, um solche Räumlichkeiten für die Plenarsitzungen des Gipfels bereitzustellen. Es ist ebenfalls hilfreich, eine permanente Bühne im Raum «San Francisco» zu haben, die es den Teilnehmerinnen ermöglicht, die Referenten besser zu sehen.

Weiter fand ich die Idee gut, die Übersetzungskabinen höher einrichten zu lassen, um dadurch mehr Raum zu generieren. Hier muss ich mir auch keine Sorgen machen, dass Delegierte über Drähte stolpern, wie dies andernorts auch schon der Fall war. Das Team des CCB habe ich bei der Planung als freundlich und entgegenkommend erlebt.